In Ost-Aleppo wurden insgesamt acht humanitäre Korridore eingerichtet, zwei davon sind für Rebellen bestimmt, die die Stadt verlassen möchten. Die restlichen sechs werden Zivilisten und UN-Hilfspersonal zur Verfügung gestellt. An ihren Ausgängen warten Busse und Ambulanzfahrzeuge. Syrische Soldaten zogen sich zurück, die russische und syrische Luftwaffe wird nicht näher als auf 10 Kilometer herankommen. Seit acht Uhr morgens gilt eine Feuerpause, die bereits verlängert wurde. Die Einwohner Aleppos waren vorab mit Hilfe von Flugblättern, Lautsprechern, SMS und Internet darüber informiert worden, dass sie die Stadt über die Korridore verlassen können (RTcom). Die Korridore werden mittels Videokameras und Drohnen überwacht. Auf der Webseite des russischen Verteidigungsministeriums werden die Bilder live übertragen (eadaily).

Nicht alle Oppositionsgruppierungen erkennen die Waffenruhe an: Im Stadtteil Bustan al-Qasr wurden mindestens sechs Mörsergranaten auf den humanitären Korridor abgefeuert. Einige Male wurde zudem auf den Korridor geschossen, vermutlich von Ahrar ash-Sham und al-Nusra (RIA), als Personen den Korridor betreten wollten. Der Korridorausgang befindet sich nur 200 Meter von Extremistenstellungen entfernt (RTcom).

Im Viertel al-Mascharka erhielten drei russische Offiziere des „Zentrums für Aussöhnung“ leichte Schusswunden, als Kämpfer den humanitären Korridor unter Beschuss nahmen (RIA).

Eine Crew von RT und Journalisten anderer Filmteams gerieten unter Mörserbeschuss, als sie den Ausgang aus einem humanitären Korridor [aus der Quelle geht nicht hervor, welcher] filmten. Eines der drei Geschosse schlug nur fünfzehn Meter vom Filmteam entfernt ein. Schon früher am Tag war der Ausgangspunkt des Korridors unter Mörserbeschuss geraten. Es seien nach Angaben der Journalisten (RTru) zehn Mörser eingeschlagen, so dass sie sich zunächst zurückgezogen hätten (Video).

Nach Angaben des RT-Korrespondenten vor Ort, Murat Gasdiew, habe die Nusra-Front mit Schüssen gedroht, falls jemand die Korridore benutzen wolle. Weiterhin unterhielt er sich mit einer jungen Frau in West-Aleppo, deren Mutter sich im von Rebellen kontrollierten Gebiet von Aleppo befindet. Den Worten der Frau nach sei ihre Mutter krank und könne die Stadt nicht durch den Korridor verlassen, weil sonst auf sie geschossen werde. Der Bruder wolle sie rausholen, kann das aber nicht ohne Hilfe, weil die Frau zu krank sei, um weit zu laufen. Auf die Frage, wer die Zivilbevölkerung nicht gehen ließe und auf die Leute schösse, ob es die Terroristen seien, antwortete die Frau: „Sie, die dort sitzen. Die Freie Syrische Armee.“ (RTru).

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