Nach Angaben des CENTCOM („United States Central Command“) setzte die amerikanische Luftwaffe zur Bekämpfung des IS in Syrien an zwei Tagen, dem 16. und dem 22. November 2015 Munition aus abgereichertem Uran ein.[1] Der Einsatz dieser Waffengattung wird gemeinhin kritisch gesehen, da es Hinweise auf gesundheitsschädigende Auswirkungen sowohl bei Kriegsveteranen als auch bei der Zivilbevölkerung gibt.

 

Was ist Uranmunition und wofür wird sie eingesetzt?

Als „Uranmunition“ oder „DU-Munition[2]“ werden Projektile bezeichnet, die in ihrem Inneren einen Stift aus abgereichertem Uran enthalten. Je nach Anwendungsbereich variiert das Gewicht des Stifts zwischen 300 Gramm und mehreren Tonnen, wie im Falle der bunkerbrechenden Bomben, die über Bagdad abgeworfen wurden.[3] Bei abgereichertem Uran handelt es sich um ein Abfallprodukt, das bei der Urananreicherung entsteht, d.h. es tritt im Zuge der Herstellung von Treibstoff für Atomkraftwerke oder bei der Herstellung von Nuklearwaffen auf. Abgereichertes Uran besteht fast ausschließlich aus dem Uran-Isotop U-238, der Anteil des spaltbaren U-235 ist mit etwa 0.3 Prozent geringer als in natürlich vorkommendem Uran, welches einen U-235-Anteil von 0.73 Prozent aufweist. Da U-238 mit 4,468 Milliarden Jahren eine sehr lange Halbwertszeit hat, ist es nur schwach radioaktiv. U-238 zerfällt in mehreren Zwischenstufen unter Aussendung eines Alpha-Teilchens (Helium-4-Kern) sowie Beta- und Gammastrahlung zu U-234. Alpha-Teilchen haben aufgrund ihrer Ladung und relativ großen Masse nur eine geringe Eindringtiefe in Materie und sind daher nur gefährlich, wenn die Alphastrahlquelle sich bereits im Körper befindet. Die von abgereichertem Uran ausgehende Strahlung ist um ca. 40 Prozent geringer als die von natürlichem Uran. Aufgrund seiner hohen Dichte hat angereichertes Uran viele Anwendungen, vor allem im zivilen Bereich. So wird es primär als Abschirmung gegen Strahlung verwendet; die Alpha-Strahlung, die vom U-238 selbst ausgeht, wird durch eine geeignet gewählte Ummantelung des Uranschilds abgefangen. Im Flugzeugbau findet abgereichertes Uran Anwendung als Ausgleichsgewicht, da es bei hohem Gewicht wenig Platz einnimmt, allerdings sehen viele Flugzeughersteller in neuerer Zeit wieder von seiner Verwendung ab. Seine extrem hohe Dichte und damit verbundene hohe Durchschlagskraft macht U-238 zu einem idealen Material für panzerbrechende Munition. Ein Element, das ähnliche Anforderungen erfüllt, ist Wolfram, doch ist seine Verwendung um einiges kostspieliger. U-238 hingegen ist in einem Land, das mit Atomkraft arbeitet, ohnehin in rauen Mengen vorhanden und dementsprechend billig, und durch seine Verwendung im militärischen Bereich sieht man sich darüber hinaus der kostspieligen Entsorgung dieses Abfallprodukts enthoben.

 

Birgt der Einsatz von Uranmunition gesundheitliche Risiken?

Die Strahlungsbelastung durch abgereichertes Uran scheint theoretisch vernachlässigbar, schließlich enthält es weniger spaltbare Isotope als natürlich vorkommendes Uran. Allerdings schmilzt das Uran beim Aufprall des Geschosses, und es bilden sich giftige Uranoxidpartikel, die sich als Aerosol in der Umgebung ausbreiten. Mehr als siebzig Prozent des Urans gelangt so in die Luft. Dieser Uranstaub, bestehend aus Uran und Uranoxiden, kann sich durch die Atmung in den Lungen ablagern, übers Trinkwasser in den Nieren oder über die Nahrungsaufnahme in den Darm gelangen. Liegt eine offene Wunde vor, gelangt das Uranoxid direkt ins Blut. Studien belegen, dass noch Jahre nachdem eine Person DU („depleted uranium“, also abgereichertes Uran) ausgesetzt war, Uranisotope im Urin gemessen werden können. Setzt sich Uranoxid in Organen fest, kann dies zu Vergiftungen oder Krebs führen. Bei Schwangeren lagert sich das Material in der Plazenta ab, was zu Kindesmissbildungen zur Folge haben kann. Uran-238, das über die Atmung oder die Nahrungsaufnahme in den Körper aufgenommen wurde, lagert sich zu einem signifikanten Teil in bestimmten Organen ab und wird dort aufgrund seiner langen Halbwertszeit zu einer permanenten Strahlungsquelle für die betreffende Person, wodurch Schäden an den Chromosomen entstehen können. In der Dokumentation „Deadly Dust“ berichtete Dr. Paul Roth vom Institut für Strahlenschutz in Neuherberg von einem Experiment, in welchem abgereichertes Uran in simulierte Lungenflüssigkeit gegeben wurde. Entgegen der Erwartungen löste sich der Großteil des Materials, etwa die Hälfte bis drei Viertel, nur langsam oder überhaupt nicht auf.

Uran ist giftig für die Nieren und führt aber einer gewissen Aufnahmemenge zu Nierenversagen, u.a. deshalb wurde in Deutschland auch ein Grenzwert für das Uran im Trinkwasser eingeführt.[4],[5]

Auch gibt es Hinweise, dass durch Aufnahme von DU das Immunsystem geschwächt wird. [6] Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass sich Uran auch bevorzugt im Knochen anlagert[7],[8], das Knochenmark aber für die Produktion von Leukozyten (Abwehrzellen gegen Viren und Bakterien, aber auch gegen Krebszellen und Toxine usw.) verantwortlich ist.   

Problematisch ist auch die lange Zeit, die ein Gebiet, das mit Uranmunition beschossen wurde, verseucht bleibt: Schätzungen zufolge kann Uranmunition, die in den Boden geschossen wurde, in fünf bis zehn Jahren vollständig korrodieren und das Uranoxid ins Grundwasser abgeben. Durch die starken Sandstürme im Irak werden uranhaltige Partikel über hunderte von Kilometern verteilt, so dass auch im Boden von Orten, die weit vom Kampfgeschehen entfernt lagen, eine um ein Vielfaches erhöhte Urankonzentration gemessen wurde.

Da beim Einschlag eines Projektils jedoch auch andere chemische und potentiell toxische Stoffe eingeatmet werden, ist es nicht leicht, ein eventuell auftretendes Krankheitsbild zweifelfrei auf die Inhalation von Uran/Uranoxid zurückzuführen. Die unter dem Namen „Golfkriegssyndrom“ oder „Balkansyndrom“ zusammengefassten Krankheitsbilder, die bei den Veteranen des Golfkriegs von 1991 und den im ehemaligen Jugoslawien eingesetzten Soldaten auftraten, sind höchstwahrscheinlich auf den Kontakt mit DU-Munition zurückzuführen, was jedoch von den Regierungen der USA und Großbritanniens bestritten wird.

 

Wo und von wem wurde bislang Uranmunition eingesetzt?

Zum ersten Mal kam Munition aus abgereichertem Uran während des Golfkriegs 1991 gegen den Irak durch die US-Armee und in geringerem Maße durch die britische Armee zum Einsatz. Schätzungen unabhängiger Wissenschaftler zufolge wurden ca. 320 Tonnen abgereichertes Uran verschossen. 1994 und 1995 wurden Gegenden in Bosnien von NATO-Fliegern mit insgesamt ca. 3 Tonnen Uranmunition bombardiert.[9] In der Gemeinde Hadžići stellte die serbische Armee nach dem Bombardement der Alliierten mit Uran-Munition eine um das 3000-fache erhöhte Strahlenbelastung fest, woraufhin die Bevölkerung evakuiert wurde. Dennoch starben in den folgenden fünf Jahren je nach Quelle 650 bis 1112 der 3500 Einwohner an den Folgen von Krebserkrankungen oder Leukämie.

Im Kosovokrieg wurden 1999 ca. 10 Tonnen über Gebieten Serbiens, Montenegros und des heutigen Kosovo von US-Kampffliegern abgeworfen.[10] Schätzungen zufolge setzten die USA ca. 1000 Tonnen Uranmunition gegen Afghanistan ein. Der Irak-Krieg 2003 ist bislang der einzige Konflikt, zu dem Details des Einsatzes von Uranmunition bekannt sind, d.h. wie viel Munition verschossen wurde und welche Orte betroffen waren. Letzteres ist wichtig für die Entsorgung des Urans, dennoch hatten sich die USA trotz der Bitten des Irak und der UNEP (United Nations Environment Programme) bislang nicht dazu geäußert. Als Antwort auf eine „Freedom of Information“-Anfrage des George Washington University’s National Security Archive waren Daten zu Zielen von A-10-Tunderbolt-II-Fliegern herausgegeben worden, die dann von der holländischen Nichtregierungsorganisation PAX und ICBUW (International Coalition to Ban Uranium Weapons) ausgewertet worden waren.[11],[12]

Aus den verfügbaren Daten gehen hervor, dass 181,000 Projektile mit Uranmunition abgefeuert worden waren, darauf aufbauend kommen Schätzungen zu einem Wert von 300,000 Projektilen insgesamt[13]. Wie viel Munition von anderen Waffenträgern, wie Panzern oder allgemein Artillerie abgefeuert wurden, ist in den Daten nämlich nicht enthalten. Während die US-Armee stets beteuert hatte, Uranmunition nur gegen Panzer, Bunker und dergleichen eingesetzt zu haben, zeigen die Auswertungen, dass es sich bei drei Vierteln der Ziele um sogenannte „Soft targets“ gehandelt hatte, also Gebäude (16,4 Prozent), Fahrzeuge (35,7 Prozent), Artillerie- (10,4 Prozent) und Truppenstellungen (4,2 Prozent). Als Resultat der beiden US-Kriege sind nun über eintausend Orte im Irak kontaminiert.

Verkauft hat das Pentagon Uranmunition an Thailand, Taiwan, Bahrain, Israel, Saudi Arabien, Griechenland, Südkorea, die Türkei und Kuwait.[14]

Der Geologe Dr. Axel Gerdes konnte bei fast allen Bodenproben, die das Forscherteam um Professor Siegwart-Horst Günther und Ted Weyman, Vizedirektor des Medizinischen Uranforschungsinstituts in Toronto, im Irak genommen hatten, auch das hochradioaktive Uran-236 feststellen. Wie aus einem Artikel aus dem „Tagesspiegel“[15] von 2001 hervorgeht, fanden UN-Wissenschaftler in Überresten der von den Amerikanern im Kosovo eingesetzten Munition ebenfalls in acht von elf Fällen Überreste von U-236. Das Isotop U-236 kommt in der Natur nicht vor und kann nur aus einem Atomreaktor stammen. Es entsteht nicht bei der Anreicherung von Uran in einer Zentrifuge, und kann deshalb nicht in abgereichertem Uran vorhanden sein. Auch wurden Spuren des hochgiftigen und radioaktiven Elements Plutonium (Isotope Pu-239 und Pu-240) in DU-Munition gefunden.[16] 2001 gaben die USA zu, dass einige der von ihnen benutzten Geschosse mit Plutonium und U-236 verunreinigt gewesen seien, was darauf zurückzuführen sei, dass die „mit abgereichertem Uran gehärtete Munition durch kontaminierte Werkzeuge mit Plutonium und anderen hochradioaktiven Transuranen in Berührung gekommen sei“.[17] Würde die Kontamination jedoch lediglich von einer „Berührung“ herrühren, dann dürfte nur die Oberfläche des DU-Projektils damit in Berührung gekommen sein, und es wäre nicht erklärbar, wie Spuren von Plutonium und U-236 an verschossenen – d.h. nahezu zerfetzten – Projektilen gefunden werden konnten.

Eine andere Erklärung wäre, dass die USA zumindest in manchen Fällen statt abgereichertem Uran wirklichen Atommüll für ihre Munition verwendet haben, d.h. Material, das sich in einem Atomreaktor befunden hat. Hieraus würden sich auch die extremen Krankheitsbilder, die im Folgenden beschrieben werden, erklären lassen. Da in den Proben von 2003 ebenfalls Spuren von U-236 vorkommen, scheinen die USA das Problem – sei es nun auf unabsichtliche Kontamination durch Werkzeuge zurückzuführen oder aber auf die absichtliche Verwendung abgebrannter Uranbrennstäbe aus Kernkraftwerken in der DU-Munition – nicht in den Griff bekommen zu haben.

 

Gesundheitliche Folgen für Soldaten und Zivilisten

Als DU-Munition im Golfkrieg von 1991 erstmalig zum Einsatz kam, wurden die amerikanischen und britischen Soldaten nicht in der Handhabung dieser Munition unterwiesen. Längst nicht alle Soldaten waren sich überhaupt bewusst, dass sie Munition aus abgereichertem Uran verschossen, und diejenigen, die darüber informiert waren, waren nicht über die möglichen Risiken, die beispielsweise die Inhalation von Uranoxid-Partikeln mit sich brachte, informiert. So kletterten Soldaten ins Innere von Panzer, die durch Uranmunition zerstört worden waren, oder nahmen gar Trophäen mit. Allerdings scheinen sich sowohl die amerikanische als auch die britische Regierung des Risikos bewusst gewesen zu sein. So existierte ein amerikanischer Aufklärungsfilm über die sichere Handhabung von DU, der aber den Soldaten vor dem Kriegseinsatz nicht gezeigt wurde, zumindest nicht allen. Kenny Duncan, ein britischer Golfkriegsteilnehmer, dem 2004 als erstem Veteranen gerichtlich attestiert wurde, dass seine Erkrankung auf den Kontakt mit DU zurückzuführen sei, erzählte in einem Interview, dass das Personal, das nach Ende der Kampfhandlungen einige zerstörte Panzer nach Kuweit verschiffte, in Strahlenschutzkleidung gekleidet gewesen sei, wodurch er erstmalig von der Gefahr, der er und seine Kameraden monatelang ausgesetzt gewesen waren, erfahren habe. Kenny Duncan selbst leidet noch heute unter den Folgen des Golfkriegssyndroms; seine Kinder, die nach dem Kriegseinsatz zur Welt kamen, weisen alle drei leichte körperliche Behinderungen auf.[18]

Als sich bei einer beträchtlichen Anzahl Golfkriegsveteranen zunächst grippeähnliche Symptome einstellten, zu denen später chronische Beschwerden wie Müdigkeit, Gedächtnisstörungen, Durchfall, motorische Störungen, etc. hinzugesellten, leugnete die US-Armee jeglichen Zusammenhang zwischen den Symptomen und der DU-Munition.[19],[20] Eine Studie der „Operation Desert Shield/Desert Storm Association“ zeigte, dass von 10051 Golfkriegsveteranen, die an „mysteriösen“ Erkrankungen litten, 82 Prozent sich in zerstörte Fahrzeuge des Feindes begeben hatten.[21] Interessant wäre hier zum Vergleich die Zahl derjenigen Soldaten, die in ein Wrack eines feindlichen Fahrzeugs geklettert waren und nicht erkrankt waren.

Ähnlich unerklärliche Krankheitsbilder wurden von NATO-Soldaten, einschließlich italienischer, portugiesischer und französischer, berichtet, so dass sogar der Terminus „Balkan-Syndrom“ geprägt wurde.[22]

Eine an Militärpersonal, das 1991 im Golfkrieg DU eingeatmet hatte, durchgeführte Studie[23] zeigte das Vorkommen von Uranisotopen im Urin 8-9 Jahre später, in einer weiteren Studie wurden noch sieben Jahre später Uranisotope im Urin von Männern, in deren Körpern sich durch eine Verletzung für einen gewissen Zeitraum ein kontaminiertes Metallteil befunden hatte, gefunden.[24] Dem Register der „Association of Birth Defects Children“ zufolge tritt das „Goldenhar Syndrom“, bei dem es oft zum Krankheitsbild des „Wasserkopfs“ (Hydrocephalus) kommt, bei Nachkommen der Veteranen des Golfkriegs von 1991 überproportional häufig auf.[25] Es existieren einige Studien bezüglich Geburtsfehlern bei den Nachkommen von Golfkriegsveteranen. Die meisten von ihnen beziehen sich auf US-Soldaten, aber auch in Großbritannien, Kanada und Australien wurden Studien durchgeführt. Die Mehrzahl der Studien zeigt eine erhöhte Anzahl von angeborenen Fehlfunktionen bei Kindern von Veteranen, die im Golfkrieg mit DU in Berührung gekommen waren, doch ist die Gesamtanzahl der ausgewerteten Fälle oft zu gering, um eindeutige Schlüsse ziehen zu können.

Obwohl U-238 nur schwach radioaktiv ist, scheint doch eine beträchtliche Strahlenbelastung zu entstehen, wenn sehr viel DU-Munition an einem Ort verschossen wurde, wie ein „Spiegel“-Bericht zeigt[26]: Als ein Wissenschaftlerteam des Uranium Medical Research Centre (UMRC) aus Kanada kurz nach dem Irakkrieg von 2003 die Hauptschauplätze des Kriegs untersuchte, wurde in Abu Khasib das 20-fache der natürlichen Strahlenbelastung gemessen, und in der Nähe zerstörter irakischer Panzer gar der 2500-fache Wert. Der UMRC-Vizepräsident Tedd Weymann erzählte der britischen Zeitung „The Observer“ von dem Fall, dass Kinder auf solch einem Panzer gespielt hätten, während die Messgeräte der Wissenschaftler Alarm schlugen und von einer weiteren Annäherung abrieten. Zeugenberichten zufolge hätten kurz nach den Kampfhandlungen in Abu Khasib britische Soldaten in Strahlenschutzkleidung das Schlachtfeld inspiziert, und Übersetzer die Bevölkerung gewarnt, sich den zerstörten Panzern zu nähern. Auch eine Studie des deutschen Mediziners und Professors Siegwart-Horst Günther[27], der sich als erster Forscher mit den durch DU-Munition hervorgerufenen Krankheitsbildern im Irak widmete, berichtete davon, wie DU-Projektile nach dem Golfkrieg von 1991 von Kindern gesammelt und als Spielzeug verwendet wurden. Bei seiner Forschungsreise in den Irak nach Ende des Irakkriegs von 2003 machte Siegwart-Horst Günthers Team ebenfalls Messungen an den Panzern von Abu Khasib – die Besatzungsmächte machten keine Anstalten, die zerstörten Panzer zu entsorgen – mit ähnlichen Ergebnissen.

Als Günther jedoch 1995 ein aus dem Irak mitgebrachtes DU-Projektil in einer deutschen Universität untersuchen lassen wollte, wurde es ihm von Sicherheitskräften abgenommen. Ein Gericht verurteilte ihn wegen „Freisetzens ionisierender Strahlung“, die in der vorliegenden Dosis als gesundheitsgefährdend eingestuft wurde. Schon ein einziges dieser Projektile emittiere in fünf Stunden mehr Strahlung als nach deutschem Gesetz in einem ganzen Jahr zulässig sei.

In einigen irakischen Städten kam es in den auf den Golfkrieg von 1991 bzw. den Irak-Krieg von 2003 folgenden Jahren zu einem signifikanten Anstieg von Krebserkrankungen und deformiert geborenen Säuglingen. Siegwart-Horst Günther, der vierzig Jahre lang im Mittleren Osten gearbeitet hatte, sagte, dass er derartige Deformationen bei Neugeborenen und eine solche Häufung von Krebserkrankungen im Irak vorher noch nie gesehen hatte. Ähnliches wird aus Afghanistan berichtet: „Außerdem tauchen Krankheiten auf, von denen vorher noch niemand in unserem Land je etwas gehört hat“, äußerte sich der afghanische Wissenschaftler Mohammed Daud Miraki.[28]

Besonders betroffen im Irak ist die Stadt Falluja, über deren missgebildete Säuglinge im Zeitraum 2008-2010 viele Artikel geschrieben wurden, beispielsweise von den britischen Zeitungen „Guardian“[29],[30] und „Independent“[31], aber auch von „Reuters“[32]. Der britische Fernsehsender „SKY UK“ zeigte im September 2009 eine Dokumentation über dieses Thema. In Falluja war es seit Ende des Irak-Kriegs 2003 bis November 2004 zu heftigen Kämpfen zwischen US-Truppen und Rebellen gekommen, in deren Zuge die Stadt heftig bombardiert worden war. Während die Amerikaner zugaben, umstrittene Waffen wie Phosphorbomben verwendet zu haben, ist nicht klar, ob auch Uranmunition zum Einsatz kam, der Verdacht ist aber naheliegend.

Dr Chris Bulby führte mit Malak Hamdan und Entesar Ariabi eine Studie an 4800 Einwohnern Fallujas durch, die einen 38-fachen Anstieg an Leukämieerkrankungen zeigte sowie einen 10-fachen Anstieg von Brustkrebserkrankungen und einen 12-fachen Anstieg der Krebserkrankungen von Kindern unter vierzehn Jahren. Es sei schwierig, den exakten Grund für die Krebserkrankungen und Geburtsfehlbildungen anzugeben, sagte Bulby, doch um „Effekte wie diesen zu produzieren, muss die Bevölkerung während der Kämpfe 2004 einem sehr signifikanten mutagenen Faktor ausgesetzt gewesen sein.“ Bemerkenswert sei nicht nur das erhöhte Vorkommen von Krebs, sondern auch die Schnelligkeit, mit der die Menschen daran erkrankten.[33]

Der Neurochirurg Dr. Abdul Wahid Salah sagte über den scharfen Anstieg von Blutkrebserkrankungen, dass es sich nicht um angeborene, sondern erworbene Erkrankungen handele. Neurologen und Geburtshelferinnen, die Reporter des „Guardian“ in Falluja interviewten, sagten, dass der Anstieg von Geburtsdefekten beispiellos und unerklärlich sei. Es waren Säuglinge mit multiplen Tumoren geboren worden, bei anderen traten Probleme mit dem Nervensystem auf, und sogar ein Baby mit zwei Köpfen war zur Welt gekommen.

„Wir beobachten einen sehr signifikanten Anstieg von Anomalitäten des zentralen Nervensystems“, sagte der Leiter des Allgemeinkrankenhauses Dr. Ayman Quis. „Vor 2003 sah ich nur eine sporadische Anzahl von Deformationen bei Neugeborenen. Jetzt hat die Häufigkeit solcher Deformationen dramatisch zugenommen.“ Es gebe auch einen signifikanten Anstieg von Kleinkindern unter zwei Jahren mit Gehirntumoren.

Auf eine Bitte des „Guardian“ hin führte die Kinderärztin Samira Abdul Ghani über einen Zeitraum von drei Wochen Buch und stellte fest, dass in diesem Zeitraum allein im Allgemeinkrankenhaus Fallujas 37 Kinder mit Anomalien zur Welt gekommen waren, viele davon mit Fehlbildungen des Neuralrohrs. Während in Großbritannien auf 1000 Geburten eine mit Neuralrohrdefekt kommt, sind es in Falluja vierzehn.[34]

Da sich Uranoxid-Partikel in der Plazenta ablagern, könnte durchaus ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von DU-Munition und den durch die Ärzte in Falluja beschriebenen Missbildungen bestehen. Dennoch zögerten die Ärzte in Falluja, einen Zusammenhang zum Abschuss von Uranmunition herzustellen und betonen, dass viele verschiedene Faktoren zu dem Beobachteten beitragen können, wie Luftverschmutzung, Strahlung, Chemikalien, Drogenkonsum während der Schwangerschaft, Unterernährung und die psychologische Konstitution der Mutter.

Die Hafenstadt Basra war besonders im Golfkrieg von 1991 heftig mit DU-Munition beschossen worden.

Ein Bericht in einem medizinischen Journal der Basra-Universität von 2007 fand keinen signifikanten Anstieg der Anzahl durch Krebserkrankungen Verstorbener, allerdings waren im Vergleich zu 1989 unproportional viele Kinder unter den Krebserkrankten vertreten. 1997 hatte sich der Anteil der betroffenen Kinder um 65 Prozent erhöht, 2005 um 60 Prozent (beide Werte sind im Vergleich zu 1989 zu sehen).[35]

Ein Reporterteam des britischen „Guardian“ interviewte 1999 Ärzte aus Basra, besonders schockierend sind die Aufzeichnungen der jungen Ärztin Zenad Mohammed, die zum besagten Zeitpunkt selbst schwanger war: „August – drei Babies ohne Kopf geboren. Vier hatten unnatürlich große Köpfe. Im September waren es sechs ohne Kopf, keine mit übergroßen Köpfen, bei zweien waren die Gliedmaßen verkürzt. Im Oktober wurde ein Baby ohne Kopf geboren, vier mit übergroßen Köpfen, vier mit verformten Gliedmaßen oder anderen Arten von Deformationen.“ Die Geburtenrate in diesem Hospital betrug zum besagten Zeitpunkt 20 bis 30 Babys pro Tag.[36]

Daten eines der drei größten Mutter-und-Kind-Krankenhäuser Basras zeigten, dass während im Jahr 1990 (also ein Jahr vor dem Golfkrieg von 1991) die Anzahl der Neugeborenen mit angeborenen Deformationen noch 37 bei 12,161 Geburten betrug, im Jahr 2001 auf 11,445 Geburten 254 behinderte Kinder kamen. Im Fachartikel „Teratogenicity of depleted uranium aerosols: A review from an epidemiological perspective” geben Rita Hindin, Doug Brugge und Bindu Panikkar einen detaillierten Überblick über Studien und Statistiken zu Fehlgeburten im Irak.[37] Bereits im August 1995 hatte der Irak den Vereinten Nationen eine Studie präsentiert, die einen scharfen Anstieg an Leukämie- und anderen Krebserkrankungen in der Basra-Region gezeigt hatte. Während US-Vertreter die Behauptungen der Iraker in der Regel übergehen, sagte der ehemalige US-Justizminister William Ramsey Clark, dass die Ärzte in Basra sehr besorgt über Erkrankungen seien, die in dieser Form vorher nicht aufgetreten waren, wie Tumoren bei Föten und eine hohe Anzahl von Leukämieerkrankungen.

 

Weshalb ist DU-Munition nicht verboten?

Im Gegensatz zu Nuklear-, Chemie- und Streuwaffen ist der Einsatz von Munition aus abgereichertem Uran nicht geächtet, obwohl es durchaus Initiativen einiger Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen gibt. Einer der Gründe, weshalb es bislang nicht zu einer Ächtung kam, ist der Umstand, dass es zwar genügend Studien über Krebserkrankungen, Kindsmissbildungen etc. gibt, die nach dem (mutmaßlichen) Einsatz von DU-Munition auftreten, sowie Untersuchungen darüber, wie lange das DU im Boden, in der Luft und im Wasser verbleibt, und es wurden auch viele Jahre nach Ende des Golfkriegs Uranisotope im Urin von Veteranen nachgewiesen – der genaue chemisch-physikalische Prozess, wie und womit das Uran/Uranoxid im Körper reagiert, ist jedoch nicht erforscht, obwohl DU-Munition seit 1991 eingesetzt wird. Die Ärzte im Irak, die sehr interessiert an der Erforschung dieser Zusammenhänge sind, sind nicht im Besitz der dementsprechenden Ausrüstung. So kommt es, dass die USA weiterhin Uranmunition verwenden, mit dem Verweis, dass die Schädlichkeit nicht erwiesen sei.

Seit 2007 wird von den Vereinten Nationen eine nicht-bindende Resolution zu Uranwaffen herausgebracht. U.a. geht es darum, die Folgen des Einsatzes dieser Waffen auf Gesundheit und Umwelt zu untersuchen, gefordert wird auch die Freigabe der Daten, an welchen Orten die Munition eingesetzt wurde, so dass das betroffene Land die Munition identifizieren und die Gegend dekontaminieren kann. Seit 2014 fordert der Irak technische Hilfe bei der Entsorgung der mehr als 400 Tonnen DU, die sich auf seinem Staatsgebiet befinden. Während die absolute Mehrheit (in der Regel ca. 150 Staaten) die Resolutionen unterstützt, stimmten die USA, Großbritannien, Frankreich und Israel bislang immer dagegen. Seit zwei Jahren enthält sich Deutschland der Stimme, zusammen mit 25 anderen Staaten.[38],[39] Die Begründung der Ablehnung, bzw. der Enthaltung der Stimme, war gerade das Argument, dass die Schädlichkeit von DU nicht wissenschaftlich nachgewiesen sei.

Allerdings deuten einige Dinge darauf hin, dass die USA und Großbritannien sich zumindest seit dem Golfkrieg von 1991 bewusst sind, dass von DU eine gewisse Form der Gefahr ausgeht.

In den USA ist die Aufbewahrung von DU streng reglementiert, es gibt ein Limit, wie viel davon in einer einzigen militärischen Anlage aufbewahrt werden darf. Als 1991 ein Feuer in einer Militärbasis in Kuwait ausbrach und in der Folge DU-Munition die Gegend kontaminierte, bezahlte die US-Regierung für die Säuberung. Elftausend Kubikmeter kontaminierter Erde wurden abgetragen und in die USA zur Lagerung verschifft.[40]

Pekka Haavisto, der die Untersuchungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zu DU-Kontaminierungen im Kosovo[41], in Bosnien und Herzegowina[42] sowie in Serbien und Montenegro[43] geleitet hatte und auch eine UNEP-Mission in den Irak nach dem Krieg von 2003 unternommen hatte, sagte, dass diejenigen Soldaten, die mit DU zu tun hatten, bei ihrer Arbeit sehr starke Schutzmaßnahmen ergriffen hatten.

Ende April 2003 erklärte das britische Verteidigungsministerium, dass allen Irakkriegsveteranen Tests angeboten würden, in denen festgestellt werden sollte, ob sich abgereichertes Uran in ihren Körpern abgelagert hatte, um so einzuschätzen, ob für sie ein Risiko bestand, einen Nierenschaden oder ein Lungenkarzinom davonzutragen. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, dass wenn die Soldaten den Instruktionen korrekt gefolgt waren und Gasmasken in Gegenden, in denen abgereichertes Uran eingesetzt worden sein könnte, getragen hätten, dann wären sie wohl keiner gefährlichen Dosis ausgesetzt gewesen. (Hierzu passt auch, dass Augenzeugen in Abu Khasib britische Soldaten in Strahlenschutzkleidung gesehen hatten, wie weiter oben erwähnt.) Die Meldung des Verteidigungsministeriums erfolgte auf eine Warnung der „Royal Society“ hin – der nationalen Akademie der Naturwissenschaften des Vereinigten Königreiches – dass die Soldaten gefährlichen Mengen von abgereichertem Uran ausgesetzt gewesen sein könnten. Sie könnten Nierenschäden erleiden, und es bestehe auch die Gefahr, an einem Lungenkarzinom zu erkranken, sollten sie das DU eingeatmet haben, sagte Professor Brian Spratt, der Leiter der sich mit DU beschäftigenden Arbeitsgruppe der „Royal Society“. Im Irak solle man über einen längeren Zeitraum Milch- und Wasserproben nehmen, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Damit widersprach er Verteidigungsminister Geoffrey Hoon, der zuvor versichert hatte, dass abgereichertes Uran nicht gefährlich sei.[44]

Auch wenn die Wirkungsweise, in welcher das Uran, bzw. seine Oxide, die Gesundheit und sogar die Reproduktionsfähigkeit der mit ihm in Kontakt gekommenen Menschen schädigen, noch nicht verstanden wird, gibt es doch eine ganze Reihe an Tierstudien von Forschergruppen in den USA, Spanien und China, die einwandfrei zeigten, dass sich die Verabreichung von Uranisotopen und Uranoxiden auf die Fertilität der Versuchstiere niederschlagen. Im Falle des Uranoxids UO2 kam es zu verminderter Fruchtbarkeit von weiblichen Mäusen und Deformationen bei deren Neugeborenen. Eine Übersicht von Studien zu diesem Thema sowie anderen Studien, die mit den Auswirkungen von Uran auf den Körper im Zusammenhang stehen – wie die Gesundheitsbeeinträchtigungen von Uranminenarbeitern – gibt der Fachartikel „Teratogenicity of depleted uranium aerosols: A review from an epidemiological perspective“.

 

 

[1] http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-usa-raeumen-einsatz-von-uranmunition-ein-a-1134694.html

[2] „DU“ steht für „depleted uranium“, also „abgereichertes Uran“

[3] https://www.theguardian.com/uk/2003/apr/25/internationaleducationnews.armstrade

[4] http://www.umweltinstitut.org/themen/radioaktivitaet/radioaktivitaet-und-gesundheit/natuerliche-radioaktivitaet/radioaktivitaet-im-trinkwasser.html

[5] https://www.welt.de/wissenschaft/article9820792/Deutschland-will-Uran-in-Trinkwasser-begrenzen.html

[6] Frieder Wagner: „Deadly Dust” : https://www.youtube.com/watch?v=-AiIXPOEDpQ&w=640&h=390

[7] http://www.online.uni-marburg.de/isem/WS03_04/docs/du.pdf

[8] http://www.bfs.de/DE/themen/ion/wirkung/radioaktive-stoffe/uran/uran_node.html

[9] http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/1135846.stm

[10] https://www.heise.de/tp/features/Trojanisches-Pferd-der-Atomkriege-3431745.html

[11] https://www.paxforpeace.nl/stay-informed/news/us-broke-its-own-rules-firing-depleted-uranium-in-iraq

[12] https://www.irinnews.org/investigations/2016/10/06/exclusive-iraq-war-records-reignite-debate-over-us-use-depleted-uranium

[13] Leider geht nicht hervor, wie vielen Tonnen das entspricht.

[14] https://www.thenation.com/article/pentagons-radioactive-bullet/

[15] http://www.tagesspiegel.de/kultur/uran-munition-eine-verraeterische-substanz-uran-236-entsteht-in-atomreaktoren/194848.html

[16] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2003/daz-19-2003/uid-9711

[17] http://www.faz.net/aktuell/politik/uran-munition-usa-geben-verunreinigung-mit-plutonium-zu-116726.html

[18] Frieder Wagner: „Deadly Dust” : https://www.youtube.com/watch?v=-AiIXPOEDpQ&w=640&h=390

[19] https://www.thenation.com/article/pentagons-radioactive-bullet/

[20] https://www.youtube.com/watch?v=h79Qfj_cBl0

[21] https://www.thenation.com/article/pentagons-radioactive-bullet/

[22] http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/1135846.stm

[23] 12. Durakovic A, Horan P, Dietz L: The quantitative analysis of depleted uranium isotopes in British, Canadian, and U.S. Gulf War veterans. Military Medicine. 2002, 167: 620-627.

[24] 13. McDiarmid MA, Keogh JP, Hooper FJ, McPhaul K, Squibb K, Kane R, DiPino R, Kabat M, Kaup B, Anderson L, Hoover D, Brown L, Hamilton M, Jacobson-Kram D, Burrows B, Walsh M: Health effects of depleted uranium on Gulf War veterans. Environ Res. 2000, 83: 168-180. 10.1006/enrs.1999.4012.

[25] 40. Meyers N: Citizen Science- Betty Mekdeci and the ABDC. The Newsletter of the Science and Environmental Health Network. 1999, 3-4

[26] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uranmunition-im-irak-das-strahlende-vermaechtnis-der-alliierten-a-278417.html

[27] Günther gehörte während des 2.Weltkriegs der Widerstandsgruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg an. Mit 31-Jahren trat er seine Professur an und arbeitete 40-Jahre lang als Arzt im Mittleren Osten. In der Dokumentation „Deadly Dust“ von Frieder Wagner begleitet ein Kamerateam Günther in den Irak.

[28] https://www.heise.de/tp/features/Trojanisches-Pferd-der-Atomkriege-3431745.html

[29] https://www.theguardian.com/world/2010/jan/22/iraq-nuclear-contaminated-sites

[30] https://www.theguardian.com/world/2009/nov/13/falluja-cancer-children-birth-defects

[31] http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/toxic-legacy-of-us-assault-on-fallujah-worse-than-hiroshima-2034065.html

[32] http://www.reuters.com/article/us-iraq-health-war-idUSTRE5B01GW20091201

[33] http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/toxic-legacy-of-us-assault-on-fallujah-worse-than-hiroshima-2034065.html

[34] http://www.reuters.com/article/us-iraq-health-war-idUSTRE5B01GW20091201

[35] http://www.reuters.com/article/us-iraq-health-war-idUSTRE5B01GW20091201

[36] https://www.theguardian.com/theguardian/1999/jan/10/guardianweekly.guardianweekly1

[37] http://ehjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/1476-069X-4-17

[38] http://www.facing-finance.org/de/2014/11/deutsch-deutschland-enthalt-sich-uberraschend-der-un-abstimmung-zur-aktualisierten-resolution-uber-uran-waffen/

[39] http://www.uranmunition.org/erster-hauptausschuss-der-generalversammlung-der-vereinten-nationen-un-verabschiedet-sechste-resolution-zu-abgereichertem-uran-2/

[40] https://www.irinnews.org/investigations/2016/10/06/exclusive-iraq-war-records-reignite-debate-over-us-use-depleted-uranium

[41] http://postconflict.unep.ch/publications/uranium.pdf

[42] http://postconflict.unep.ch/publications/BiH_DU_report.pdf

[43] http://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/8251/-Depleted%20Uranium%20in%20Serbia%20%26%20Montenegro_%20Post-Conflict%20Assessment%20in%20the%20Federal%20Republic%20of%20Yugoslavia-2002110.pdf?sequence=3&isAllowed=y

[44] https://www.theguardian.com/uk/2003/apr/25/internationaleducationnews.armstrade

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